Der richtige Laufstall für Ihr Baby: Sicherheit in den eigenen vier Wänden

Spätestens wenn ein Baby gelernt hat, sich zu drehen und allmählich vom Fleck zu kommen, denken viele Eltern über die Anschaffung eines Laufstalls, auch genannt Laufgitter, nach. So ist das Kind in Sicherheit und kann nicht zu Gefahrquellen krabbeln, wenn die Eltern kurz aus dem Raum gehen oder mit etwas beschäftigt sind.

Folgender Artikel setzt sich ausführlich mit dem Thema Laufstall auseinander. Wir geben Ihnen nicht nur einige Produktempfehlungen mit auf den Weg, sondern befassen uns auch mit vielen Fragen, die Sie sich eventuell vor dem Kauf eines Laufgitters stellen.

Ist ein Laufstall wirklich notwendig?

Zur absolut unverzichtbaren Grundausstattung gehört ein Laufstall sicherlich nicht und wer sich unter Eltern ein wenig über das Für und Wider eines Laufstalls umhört, wird mitbekommen, dass es auch diejenigen gibt, welche aus Prinzip keinen Laufstall möchten. „Babygefängnis“ nennen ihn diese Kritiker. Das Kind sei darin eingesperrt und dürfe sich nicht frei in der Wohnung bewegen, damit wird es in seinem natürlichen Bewegungsdrang gehemmt. Auch besteht das Vorurteil, dass sich Eltern nur deswegen einen Laufstall besorgen, um ihr Kind dort „hineinzustecken“ und sich nicht damit zu beschäftigen.

Doch natürlich ist es nicht Sinn und Zweck eines Laufstalls, das Kind den ganzen Tag dort drin zu lassen, sondern für kurze Zeitintervalle, in welchen die Eltern das Zimmer verlassen, Hausarbeiten wie Staubsaugen oder Putzen erledigen oder ein paar Minuten in Ruhe essen möchten. Währenddessen befindet sich das Kind im Laufstall in Sicherheit.

Es kommt nicht an gefährliche Gegenstände heran und kann sich nicht ernsthaft verletzen. Natürlich bleibt immer die Gefahr, dass das Kind stürzt und sich seinen Kopf am Laufstallboden oder am Gitter anschlägt, allerdings bleibt auch kein Baby vollkommen vor Stürzen und Schmerzen verschont. Viele Eltern verzichten dennoch auf einen Laufstall und setzen ihr Kind in solchen Situationen in sein Gitterbett oder stellen ein Reisebett auf.

Wann ein Laufstall für Sie und Ihr(e) Baby(s) empfehlenswert ist

Ein Laufstall ist also nicht vollkommen unverzichtbar, aber kann sehr praktisch sein, vor allem wenn:

  • Ihr Kind mit Ihnen im Bett schläft und Sie deswegen kein Gitterbett haben.
  • Sie einen gemütlichen und sicheren Ort für Ihr Baby im Wohnzimmer, der Küche oder einem anderen Raum außerhalb des Kinder- oder Schlafzimmers haben möchten.
  • Ihr Kind sich in seinem Gitterbett im wachen Zustand nicht wohl fühlt, weil es das Gefühl hat, es müsse darin schlafen.
  • Sie Mehrlinge haben. Dann können Sie das Kind/die Kinder in den Laufstall setzen, während ein Geschwisterkind gewickelt, getröstet oder aus einer brenzligen Situation herausgenommen werden muss.
  • Das Baby Geschwister hat. Wenn diese mit dem Baby alleine in einem Raum sind, kann es in seinem Laufstall spielen und ist zugleich sicher vor den eventuell wilden Spielen seiner Brüder oder Schwestern.
Ein Laufstall ist bei einigen Eltern verpönt, kann aber auch richtig gemütlich und vor allen Dingen nützlich sein. Foto: Sammy Zimmermanns| Lizenz: CC BY 2.0

Brauchen Sie eine extra Matratze für den Laufstall?

Der Boden eines Laufstalls ist in der Regel dünn gepolstert und viele Hersteller bieten eine zusätzliche, dickere Matratze an. Allerdings wird ein Laufstall ja erst dann benötigt, wenn das Kind mobil wird und nicht mehr ausschließlich auf dem Rücken liegt, sondern die unterschiedlichsten Formen der Fortbewegung übt. Krabbeln, Robben, Rollen, Stehen und die ersten Gehversuche – all das geht auf einem härteren Boden viel einfacher als auf einem weichen, weshalb die Matratze meist gar nicht notwendig ist. Nur wenn der Laufstall auch als Tagesbett genutzt wird, ist eine weichere Unterlage sinnvoll, jedoch tut es in dem Fall auch eine mehrmals zusammengelegte Decke.

Formen von Laufställen

Laufställe gibt es mit Gitterstäben, aber auch mit Netzen, so wie dieses Modell. Foto: Nick Nichols| Lizenz: CC BY 2.0

Laufställe gibt es in verschiedenen Formen und Materialien. Das typische Laufgitter besteht aus Holzgittern und ist vier- oder sechseckig. Es gibt aber auch ovale und runde Modelle, die den Vorteil haben, dass es hier keine Ecken gibt, an welchen sich das Kind wehtun kann. Da diese Formen aber eher seltener sind, werden Sie sich schwerer damit tun, passendes Zubehör wie Matratzen, Spannbetttücher oder Nestchen zu finden.

Am platzsparendsten ist ein viereckiger Laufstall, da er in Ecken gestellt werden kann.

Einige Laufställe, vor allem jene, die auch zum Mitnehmen geeignet sind, haben statt Gittern ein Netz. Das macht sie besser zusammenfalt- und transportierbar. Das Problem ist dabei aber, dass das Kind nicht so gut hinaussehen kann, was vor allem Babys, die noch nicht stehen können, nicht sonderlich gefallen wird.

Schlussendlich gibt es auch Laufgitter, welche ohne Boden konzipiert sind, sondern einfach nur wie ein Zaun aufgestellt werden. Sie bestehen in der Regel aus Kunststoff und sind zu verschiedenen Formen zusammenstellbar. Eltern verwenden solche Konstruktionen auch oft, um nicht das Kind hineinzusetzen, sondern Gefahrenquellen, an welche das Kind nicht herankommen soll, zu umzäunen.

Was tun, wenn das Kind nicht im Laufstall sitzen möchte?

Achten Sie von Anfang an darauf, dass Sie Ihr Kind nicht zu lange im Laufstall lassen, damit ihm dort nicht langweilig wird. Lassen Sie Ihr Kind anfangs nicht alleine im Raum zurück, sondern bleiben Sie bei ihm und spielen Sie mit ihm (zum Beispiel können Sie dem Baby Spielzeug durch die Gitter reichen). Wenn Sie merken, dass es raus möchte, nehmen Sie es lieber raus, bevor es immer frustrierter wird und beginnt, negative Gefühle mit dem Laufstall zu verbinden.

Statten Sie den Laufstall mit interessantem Spielzeug aus, welches auch drin bleibt. Dann bleibt das Spielzeug etwas Besonderes, weil es nicht immer zugänglich ist, und zugleich hat das Kind einen Grund, sich auf den Laufstall zu freuen.

Laufstall Testsieger: Drei empfehlenswerte Laufställen

Es gibt zahlreiche Firmen, die Laufställe im Sortiment haben. Wir haben für Sie drei verschiedene Marken herausgesucht, welche unserer Meinung nach empfehlenswerte Produkte vorweisen können.

Der „David“-Zwillingslaufstall von Kidsmax

Gerade Eltern von Zwillingen tut ein Laufstall wertvolle Dienste, denn es gibt Situationen, in welchen eines der beiden Kinder einfach mal an einem sicheren Ort warten muss, zum Beispiel, während sein Geschwisterchen gebadet, gewickelt oder gefüttert wird. Wenn aber mal beide Kinder rein sollen, kann es in einem Laufstall mit Standardmaßen von 75×100 cm oder 100×100 cm recht eng werden. Dafür gibt es besonders große Zwillingslaufställe, zum Beispiel die Zwillingsmodelle der Marke Kidsmax* aus der Reihe David. Sie können wählen aus den Maßen

  • 120×120 cm
  • 140×140 cm
  • 140×100 cm

Alle Modelle sind jeweils stufenlos höhenverstellbar und mit komplett abgesenktem Boden 70 cm hoch.

Der Laufstall ist gefertigt aus massiver und regional produzierter Kiefer. Das Holz ist lackiert, doch wird Ihr Baby keinen Lack schlucken, denn dieser ist definitiv speichelfest und erfüllt die EU-Norm EN71. Seine vier Rollen machen das Gerät flexibel. Obwohl es mit seinen Maßen nicht durch eine herkömmliche Tür passt, können Sie es zumindest in einem großen Raum beliebig und sehr einfach verschieben. Zwei der Rollen sind zudem feststellbar.

Das „David“-Zwillingsmodell ist mit einem Polsterboden ausgestattet, welcher ein gemütliches Stehen, Sitzen und Auf-dem-Bauch liegen und Spielen bietet, aber zum Schlafen zu hart ist. Die Bodenplatte ist mit einem abwischbaren Stoff ausgestattet, welchen ein niedliches Elefantenmotiv ziert.

Ein besonderer Blickfang und auch ein tolles Spielzeug für die Kleinen sind die drei drehbaren bunten Kugeln an einer der Gitterwände.

Natürlich können Sie einen Laufstall in Übergröße wie den „David“-Zwillingslaufstall auch für ein einzelnes Kind kaufen, damit es mehr Bewegungsfreiheit hat. Neben den viereckigen „David“-Laufgittern bietet Kidsmax mit der Reihe „Sahra“ auch sechseckige Laufställe verschiedener Maße. Je nachdem, welche Form und welches Maß Sie wählen, bezahlen Sie bei Kidsmax einen Preis zwischen 70 und 165 Euro.

Im Zwillingslaufstall „David“ hat auch ein süßes Doppelpack genügend Platz zum Spielen. Foto: Elsa Stöcker

Der flexible Laufgitter von BABY VIVO

Dieses Laufgitter ist kein typischer Laufstall, sondern eine Art bunter Zaun ohne Boden. Sie können Ihr Kind wie in einen Laufstall hineinsetzen, es aber auch als Absperrgitter verwenden, damit das Baby nicht an gefährliche oder leicht zerbrechliche Gegenstände herankommt. Das Möbelstück besteht aus acht Seiten- und vier Eckelementen, die sich mittels Stecksystem und ohne Schrauben zusammensetzen lassen. Schon mit den 12 Grundelementen ist der BABY VIVO Laufstall* sehr geräumig, er ist mit Zusatzpaketen aber auch beliebig erweiterbar.

Der Kunststoff ist gemäß EN71 geprüft und enthält entsprechend keine giftigen Schadstoffe. Zudem ist er leicht, steht aber dennoch stabil und hält in der Regel auch problemlos ein Kind aus, welches sich daran hochzieht. Sie können dieses Laufgitter auch im Garten einsetzen. Durch die Sonneneinstrahlung wird zwar vermutlich die Farbe ausbleichen, aber ansonsten berichten viele zufriedene Kunden, dass das Gitter draußen keinen Schaden nimmt.

Mit etwa 150 Euro ist das Laufgitter von BABY VIVO nicht allzu günstig, aber dafür auch entsprechend vielseitig einsetzbar.

Lucilee: Ein zusammenklappbarer Laufstall von Geuther

Wer seinen Laufstall gerne in verschiedenen Räumen einsetzen oder sogar mit auf Reisen nehmen möchte oder nur wenig Platz hat, wird weder mit „David“ noch mit „Baby Vivo“ etwas anfangen können, denn beide Laufgitter sind groß und „David“ ist zudem nicht zusammenklappbar. Besser beraten sind die auf Mobilität bedachten Eltern mit „Lucilee“ von Geuther. Obwohl auch dieser Laufstall aus massivem Holz gebaut ist (Buche), ist er faltbar. Sie können ihn also überall hin mitnehmen und einfach zusammegeklappt wegstellen, wenn Sie ihn gerade nicht benötigen. Somit ermöglicht „Lucilee“ auch Eltern, die auf engem Raum wohnen, die Anschaffung eines Laufstalls. Mit 80×102 cm ist „Lucilee“ eher klein, passt dafür aber auch ohne zusammengefaltet zu werden durch die meisten Türen. Alternativ gibt es dasselbe Modell auch mit etwas größeren Maßen von 94×102 cm. Zum bequemen Transport auch im nicht zusammengefalteten Zustand ist Lucilee mit Rollen ausgestattet.

Lucilee wird ausschließlich in Deutschland gefertigt und erfüllt ebenfalls die EU-Norm EN71. Eine Freude macht das Laufgitter auch all jenen, die nicht gerne Möbeln aufbauen, denn es kommt schon vormontiert zu Ihnen. Sie müssen nur noch die Boden einlegen.

Lucilee ist mit knapp 100 Euro kein günstiger Laufstall, weist dafür aber auch viele Vorteile auf.

Fazit: Wenn Sie sich nun für den Kauf eines Laufstalls entschieden haben, hoffen wir, dass Ihnen einer der von uns vorgestellten Artikel gefallen hat oder zumindest die dringendsten Fragen geklärt wurden. Ihrem Kind wünschen wir schöne, aber kurze Aufenthalte in seiner persönlichen „Ein-Zimmer-Wohnung“.

Beitragsbild: Richard Leeming; LizenzCC BY-SA 2.0

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