Ätherische Öle kommen in der Natur in den Drüsen verschiedener Pflanzen vor. Wo sich die Drüsen befinden, ist von Pflanze zu Pflanze verschieden. Zitronengras zum Beispiel, hat seine Öldrüsen in den Blättern, Lavendel in den Blüten. Die Öldrüsen des Ingwers befinden sich in den Wurzeln und die von Zitrusfrüchten in ihren Fruchtschalen. Sie werden meist durch Wasserdampfdestillation gewonnen: Heißer Wasserdampf löst die Öle aus den Pflanzenteilen, die dann vom Wasser getrennt und gesammelt werden.

Diese Öle dienen den Pflanzen in der Natur zur Regulation ihres Wasserhaushalts, als Lockmittel für Insekten zur Bestäubung und zum Schutz gegen Pflanzenfresser sowie Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze. Diese antifungale, anitvirale und antibakterielle Wirkung machen sich Menschen schon seit Jahrtausenden zunutze. Ätherische Öle gelten nicht nur als entspannend, wohltuend und konzentrationsfördernd, sondern auch als pflanzliches Medikament zur unterstützenden Behandlung oder zur Linderung zahlreicher Beschwerden. Außerdem haben sie eine desinfizierende Wirkung und eignen sich dadurch auch zur Anwendung im Haushalt, zum Beispiel als Bestandteil von Reinigungs- oder Waschmitteln.

Die besten ätherischen Öle für unterschiedliche Anwendungsbereiche

Ätherische Öle werden aus zahlreichen Pflanzen von einheimisch bis exotisch hergestellt. Wir stellen Ihnen einige hochwertige und in Deutschland sehr beliebte ätherische Öle mitsamt ihren typischen Anwendungsbereichen vor.

Lavendelöl

Lavendelöl ist beliebt und weit verbreitet. Es wirkt antibakteriell und antiviral, kann Krämpfe lösen, Entzündungen hemmen und ein aufgewühltes Gemüt beruhigen. Deshalb eignet sich das ätherische Öl aus der schönen violetten Pflanzen unter anderem für die Beimengung zu Massageölen und zahlreichen Kosmetikprodukten. Eine Duftlampe mit Lavendelöl hält Insekten fern, bei Insektenstichen wirkt das Öl juckreizlindernd, bei kleinen Verbrennungen kühlend. Auf der Do-It-Yourself-Plattform smarticular finden Sie zahlreiche Ideen mitsamt Anleitungen, was Sie aus Lavendelöl herstellen können.

Lavendelöl duftet angenehm und ist ein echtes Multitalent. Foto: Pixabay/ Magdalena Jasinska-vetter

Teebaumöl

Teebaumöl vom australischen Teebaum ist ein echter Alleskönner: Es wirkt antibakteriell, antiviral und antifungal. Es wird häufig zur Behandlung von Fußpilz, Herpes, Warzen und ähnlichen Hautproblemen verwendet und ist, wie Lavendelöl, ebenfalls ein bewährtes Mittel zur Juckreizlinderung bei Insektenstichen.

Teebaumöl hilft häufig bei verschiedensten Hautproblemen. Foto: Pixabay/ Taken

Pfefferminzöl

Das ätherische Öl aus der Pfefferminze gilt als effektives Naturheilmittel bei Spannungskopfschmerzen. Es regt die Kälterezeptoren der Haut an und hat dadurch einen kühlenden Effekt, der zur Entspannung beiträgt. Das ist nicht nur bei Spannungskopfschmerzen positiv, sondern auch bei Muskelverspannungen oder Muskelkater. 

Pfefferminzöl ist eine Geheimwaffe gegen Spannungskopfschmerzen und Verspannungen. Foto: Pixabay/congerdesign

Mandarinenöl

Mandarinenöl gehört zu den eher sanfteren ätherischen Ölen. Es wirkt sich besonders auf die Stimmung und verschiedene Emotionen aus, hilft zum Beispiel dabei, an düsteren Wintertagen ein positives Gefühl aufrechtzuerhalten und sich bei Nervosität und Ruhelosigkeit zu entspannen.

Das Öl aus Mandarinen ist ein Stimmungsaufheller in dunklen Tagen oder bei nervösen Verstimmungen. Foto: Pixabay/Free-Photos

Rosmarinöl

Im Gegensatz zum Mandarinenöl, ist das Rosmarinöl ein besonders intensives ätherisches Öl. Es kann schon bei leichter Überdosierung zu einem Bluthochdruckanstieg führen. Dafür wirkt es wachmachend und konzentrationsfördernd und wird außerdem aufgrund seiner talgregulierenden Fähigkeiten gegen Kopfschuppen eingesetzt.

Rosmarinöl gilt als konzentrationsfördernder Wachmacher. Foto: Pixabay/Hans Braxmeier

Zitronenöl

Die Frische der Zitrone bringt das ätherische Öl der beliebten Zitrusfrucht nach Hause und auf die Haut. Es unterstützt die Heilung bei Akne und hilft gegen ölige Haut. Außerdem ist es, wie Teebaumöl, mit seiner antibakeriellen, antiviralen und antifungalen Wirkweise ein echtes Multitalent.

Zitronenöl unterstützt die Heilung von Akne und erfüllt Ihre Räume mit Frische. Foto: Pixabay/Pexels

Weshalb ist ein achtsamer Umgang mit ätherischen Ölen wichtig?

Die Herstellung ätherischer Öle ist äußerst aufwendig und erfordert sehr viele Ressourcen in Form der jeweiligen Pflanze. Das deutlichste Beispiel ist Rosenöl: Für die Herstellung von einem Kilogramm des ätherischen Öls ist die bis zu 5000-fache Menge an Blütenblättern notwendig, also bis zu 5000 Kilogramm oder fünf Tonnen! Aber auch andere ätherische Öle benötigen das Vielfache an Pflanzen für eine vergleichsweise geringe Menge des fertigen Produkts. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist es deshalb wichtig, auf ätherische Öle aus biologischem Anbau zurückzugreifen und sie nur sehr sparsam einzusetzen.

Doch nicht nur Nachhaltigkeit spielt beim richtigen Umgang mit ätherischen Ölen eine wichtige Rolle, sondern vor allem auch die persönliche Gesundheit, denn die EU hat über 90 Prozent aller ätherischen Öle als gesundheitsschädlich bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch erklärt. Vor allem die orale Aufnahme kann gefährlich werden, weshalb dazu geraten wird, maximal drei Tropfen eines solchen Öls, verdünnt mit Wasser, oral einzunehmen. Sanftere Wege, ätherische Öle in den Blutkreislauf zu befördern, ist das Riechen oder Einreiben auf der Haut. Entscheiden Sie sich für Letzteres, testen Sie die Verträglichkeit am besten zunächst auf einer kleinen Hautstelle. Gibt es nach einigen Minuten keine Irritationen, können Sie das Öl benutzen.

Die sanfteste, verträglichste Art, ätherische Öle aufzunehmen, ist es, sie als Raumbedufter zu  verwenden, anstatt sie konzentriert mit der Nase einzuatmen.

Ätherische Öle können – vor allem, aber nicht nur – bei Kindern Atemnot und allergische Reaktionen auslösen, im schlimmsten Fall sogar Kehlkopfkrämpfe und lebensbedrohlichen Atemstillstand. Unterlassen Sie deshalb am besten die unbeaufsichtigte Behandlung von kleinen Kindern mit ätherischen Ölen, sondern sprechen Sie sich mit einem Arzt ab. Dasselbe gilt, wenn Sie schwanger sind oder gewisse Vorerkrankungen haben, wie Bluthochdruck oder Epilepsie.

Ätherische Öle kaufen im Set oder einzeln

Wenn Sie ätherische Öle kaufen möchten, gibt es einige Merkmale, auf die Sie achten sollten, um hochwertige und zu Ihren Vorstellungen passende Produkte zu erwerben.

  • Echte ätherische Öle tragen beim Verkauf das Attribut „naturrein“ auf ihrem Etikett. Ist das nicht der Fall, sind die Öle höchstwahrscheinlich verdünnt oder synthetisch hergestellt. Die Wirkstoffe sind bei verdünnten Produkten in viel geringerer Menge vorhanden, bei den chemisch erzeugten Ölen fehlen sie teilweise komplett.
  • Überprüfen Sie, ob das Herstellungsverfahren auf dem Etikett des ätherischen Öls steht. Fast immer sollte dort Wasserdampfdestillation stehen, bei Zitrusölen Kaltpressung.
  • Wenn Sie auf Nachhaltigkeit bedacht sind, wählen Sie ätherische Öle in Bioqualität aus kontrolliert biologischem Anbau.

Sie haben die Möglichkeit, sich jedes gewünschte ätherische Öl einzeln in einem kleinen Fläschchen zu kaufen, oder stattdessen ein (Geschenk-)Set für sich selbst oder jemand anders zu wählen, das die Öle sinnvoll und ergänzend kombiniert. Bio-Marken, die ätherische Öle im Set anbieten, sind zum Beispiel Primavera und Farfalla.