Kredit unter der Lupe: Wie funktionieren Kredite „ohne Schufa“?

Die Schufa Holding AG, kurz für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, speichert sämtliche Zahlungsverfehlungen von Kunden ab. Banken nutzen diese Informationen, um die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern einschätzen zu können. Negative Schufa-Einträge führen in der Regel zur Ablehnung eines Kreditantrags. Nun hört man öfter von sogenannten „Krediten ohne Schufa“, die sich an jene Personen richten, die von ihren Kreditgebern aufgrund von negativen Schufa-Einträgen abgelehnt worden sind, und ihnen damit eine Chance auf einen Kredit geben.

Bei solch einem Kredit ohne Schufa verzichten die Kreditvermittler beziehungsweise die Kreditgeber entweder darauf, die Datei der Schufa abzurufen oder sie genehmigen Darlehen trotz negativen Schufa-Eintrags. Doch wie funktionieren solche Kredite, und welche Anbieter vergeben sie?

Bonitätsprüfung erfolgt immer

Einen Bonitätsnachweis möchten auch Anbieter von Krediten haben, die die Vergabe nicht von der Schufa abhängig machen. Bild: Gunnar Wrobel| Lizenz: CC BY-SA 2.0

Deutsche Banken agieren bei der Kreditvergabe streng, bei manchen ausländischen Instituten sieht das aber anders aus. Deshalb heißen Kredite ohne Schufa oft auch „Schweizer Kredit“, weil sich unter anderem schweizerische Banken auf diesem Markt engagieren. Kunden schließen diese Darlehen nicht direkt mit den Kreditgebern ab, sie vereinbaren sie mit Kreditvermittlern. Allen Kreditvermittlern ist gemein, dass sie die Vergabe nicht von der Schufa-Auskunft abhängig machen. Dennoch bestehen sie auf gewisse Mindestsicherheiten, wie bei den KreditAgenten nachzulesen ist. Kein Vermittler und Kreditgeber gewährt Darlehen ohne Absicherung. Bei Krediten ohne Schufa kommt es in der Regel auf den Einkommensnachweis an. Kreditnehmer müssen ein sicheres und ausreichend hohes Gehalt vorweisen können: Damit belegen sie, dass sie für die Ratenzahlungen genügend finanzielle Spielräume haben.

Seriöse Kreditvermittler erkennen

Einige Unternehmen wollen die Notlage von Menschen mit negativen Schufa-Einträgen ausnutzen, es tummeln sich bei Krediten ohne Schufa zahlreiche unseriöse Vermittler. Diese lassen sich auf verschiedene Weise identifizieren: Verbraucher sollten zum Beispiel bei unrealistischen Versprechen Vorsicht walten lassen. Niemand Vernünftiges gibt einem Kreditnehmer mit negativer Schufa-Datei einen hohen Kredit, in diesem Spektrum sind ausschließlich Kleinkredite verbreitet. Gefahr droht auch, wenn Vermittler Vorabgebühren verlangen. Meist überweisen Betroffene diese Gebühr, erhalten aber anschließend keinen Kredit.

Ein solches Darlehen ohne Schufa können Sie auch über darauf spezialisierte Online-Plattformen beantragen. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Kredite von privat, die ebenfalls online vermittelt werden. Zwar spielt die Bonitätsauskunft hier eine Rolle hinsichtlich der Genehmigung des Kredits und der Höhe der Zinsen, jedoch finden sich auch hier Geldgeber, die bereit sind, auch bei negativer Bonität Kredite zu gewähren – natürlich auch hier nur gegen die entsprechende Sicherheit, dass der Kreditnehmer seine Raten bedienen wird.

Kredite trotz Schufa-Eintrag nur im Notfall

Grundsätzlich gilt: Ein Kredit ohne Schufa kostet mehr als ein normales Darlehen, die Kreditgeber verlangen für ihr höheres Risiko einen Aufschlag. Wer sich in einer finanziell schwierigen Situation befindet, sollte einen solchen Kredit nur bei einem triftigen Grund aufnehmen. Es besteht die Gefahr der Schuldenfalle, da die hohen Zinsen häufig die aktuelle Situation verschlimmern.

Beitragsbild: Marco Verch; Lizenz: CC BY 2.0

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